Deutschland im Notstand – Sonntag, den 18.7.21

Deutschland im Notstand – Sonntag, den 18.7.21

Hochwasser
Aus: Spiegel-online

Feldbetten in der Boxengasse

Wie gut ist Deutschland auf Naturkatastrophen vorbereitet?

Machen Politik und Medien ihren Job, oder stehen sie nur im Weg?

 
 
 
legal 1st Kommentar:
Es ist eine entsetzliche Hochwasser-Katastrophe, aber ARD und ZDF senden unbeeindruckt Tralala!(siehe Screenshots)
 
Menschen sterben und/oder verlieren ihre vollständige Existenz – aber der politische Wahlkampf geht weiter, Bilder werden als PR genutzt und Politiker mit Medientross stehen den Helfern im Weg.
 

Manche nennen es bereits eine Jahrhundert-Katastrophe und andere können nur lachen.

Der Umgang mit dieser Katastrophe und dem menschlichen Leid wirft kein gutes Schlaglicht auf Politik, Staat und Medien. Die einen sind im Wahlkampf und nutzen jeden Augenblick für PR und Marketing, der Staat hat aus Kostengründen alle Notwendigkeiten für die Daseinsvorsorge im Katastrophenfall abgebaut, und die öffentlich-rechtlichen Medien senden Unterhaltungs-Wiederholungen wie immer.

Zur Politik:

Alle Wahlkämpfer müssen mindestens einmal im Katastrophengebiet auflaufen, um keine Marketing-Nachteile zu haben. D.h. Politiker + Pressevertreter + Krisenstäbe + Personenschutz rennen dort herum, wo Menschen Hilfe benötigen anstelle gaffender Wahlkämpfer. Politiker stehen im Wege, Pressevertreter suchen das optimale Bild der begleiteten Politiker, Krisenstäbe müssen zusätzlich die Politikerbesuche organisieren, und Personenschutz organisiert Fahrzeuge und Hubschrauber, die besser für Hilfsmaßnahmen zur Verfügung stehen würden.

Die Alternative: Der eine zuständige Ministerpräsident verschafft sich ohne Pressetross Überblick und organisiert mit seinem Kabinett überall dort Hilfe, wo die Krisenstäbe vor Ort Hilfe benötigen. Der Presse wird das mitgeteilt, weil Interviews keine Hilfe ersetzen, und man sie nicht am Ort der Katastrophe geben muß. Echte Hilfe sucht nicht den Beifall, echte Hilfe ist tatsächliches Anpacken ohne PR. Der Wahlkampf wird bis zur Beruhigung der Lage im Konsens aller Parteien eingestellt.

Zum Staat:

Abschaffung von Frühwarnsystemen, Abschaffung von Sirenen, Abschaffung von Notstromversorgung, Abschaffung von technischem Gerät, Abschaffung von Koordinierungsstellen in der Verwaltung, Abschaffung von Pionieren bei der Bundeswehr, Abschaffung der Hubschrauber-Staffeln zur Rettung von Menschen bei der Bundeswehr, Reduzierung der Ausstattung von Feuerwehren und THW, usw……..

Der Staat hat viel Geld für das Umschreiben der deutschen Sprache, für wahlkampfträchtige Sozialleistungen oder Umweltpolitik, für Corona-Medikamente ohne Zulassung aus USA oder die Subventionierung von Industrieansiedlungen wie Tesla. Aber das „reiche“ Deutschland hat keine Vorkehrungen zum Schutz seiner Bürger z.B. in Hochwasser-Regionen getroffen. Wenn nun alle über Klimaschutz reden, dann ist dies nur ein Aspekt der ganzen Unglücks. Daß Flußbegradigung, Versiegelung von Flächen, mangelhafte Bewaldung, Strassen als Fließbeschleuniger für Wasser und vieles mehr als Komponenten für Hochwasser-Katastrophen eine entscheidende Rolle spielen, weiß man seit Jahrzehnten. Passiert ist nichts.

Zu den Medien:

Wer sich über die Ereignisse in Rheinland-Pfalz, NRW, Bayern und Sachsen informieren wollte, vielleicht sogar mit Blick auf die Nachbarländer Belgien, Niederlande oder Österreich, der war am Sonntag Vormittag bei ARD und ZDF falsch. Nicht einmal der Nachrichtenkanal Phoenix änderte sein Programm. Wie gewohnt wurden “Sommer-Konserven und Tralala” abgespielt, da helfen auch eine Tagesschau in 3 Minuten oder der Presseclub zum Klimaschutz nicht, um das Bild zu verbessern. Es fehlt an Personal, an Kompetenz und der richtigen Priorisierung. Komponenten, für die der öffentlich-rechtliche Rundfunk Beiträge bekommt, um sie ausreichend vorzuhalten. Stattdessen werden Politiker-Statements gezeigt und Herr Kleber bewundert am Samstagabend in einer Nachrichtensendung die “einfühlsamen Worte” des Bundespräsidenten, der vor Ort bestenfalls mit seinem Gefolge im Weg gestanden hat, scheinbar wie der Ministerpräsident über Witze einer Journalistin lachen mußte und damit für jede konkrete Hilfsmaßnahme überflüssig war. Ein Händedruck oder salbungsvolle Worte bauen weder ein Haus auf, noch spenden sie Trost bei einem Neuanfang in den kommenden Monaten. ,

ntv hatte dagegen eine Liveberichterstattung, die sich um die Darstellung von Hintergründen und Ausblick bemühte. Ob es gut war, war nicht zu ermitteln, da ARD und ZDF kein vergleichbares Angebot im Programm hatten.

Im Ergebnis muß man festhalten: Wissen Politik, Staat und Medien eigentlich noch, was ihre ureigenste Aufgabe ist? Alle gemeinsam haben den Menschen zu dienen! Deshalb, und nur deshalb, hat das Grundgesetz sie mit besonderen Rechten und Privilegien ausgestattet.

 
ARD 18.7.21
Phönix 18.7.21
ZDF 18.7.21

 

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